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Montag 23 Aug 2021

Robert Atzorn auf Gut Ising

Der beliebte Schauspieler liest mit seiner Ehefrau Angelika aus ihrem Buch "Duschen und Zähneputzen".

Genießen Sie einen unterhaltsamen Abend auf Gut Ising und nehmen Sie Ihr persönlich signiertes Buch gleich mit nach Hause.

Robert Atzorn auf Gut Ising

»Atzorn hat mit ›Oh Gott, Herr Pfarrer‹ der Kirche mehr genutzt als jeder (deutsche) Papst
nach ihm.« DER TAGESSPIEGEL

Genießen Sie einen unterhaltsamen Abend auf Gut Ising mit dem beliebten Schauspieler Robert Atzorn und seiner Frau Angelika.

Sie haben zwei Termine zur Auswahl: der 21. Oktober und der 4. November.

Buchen Sie bei der Reservierung dazu:

  • Sprizz & Schmankerl
  • Genießen Sie um 18 Uhr ein 3-Gang-Menü  in den historischen Gaststuben des Goldenen Pfluges.

Eine persönlich signierte Kopie des im Eden Verlag erschienenen Buches können Sie gleich am Abend mit nach Hause nehmen.

 

Zum Eventkalender /Online buchen

Interview mit dem Autor

Duschen und Zähneputzen

272 Seiten, Hardcover
Format: 13,5 x 21 cm
€ 22,00 (D) / € 22,70 (A)
ISBN: 978-3-95910-276-6

 

ROBERT ATZORN über Persönlichkeitsentwicklung und

Selbstreflexion, seine Kindheit, die Liebe zu seinem

Großvater und darüber, was für ihn im Leben wirklich

zählt.

 

Gut Ising: Lieber Herr Atzorn, warum »Duschen

und Zähneputzen«? Was bedeutet dieser Buchtitel?

ROBERT ATZORN: Einen passenden Titel zu finden, der

die Geschichten meines Lebens vereint, verlangte einige

Anläufe. Zu viele Ideen schwirrten durch meinen Kopf.

So etwas wie »Das wirkliche Leben des Dr. Specht!«

oder »Wie geht man mit Erfolg um?« oder »Ist das

Leben immer nur Spiel, Herr Atzorn?« Diese Vorschläge

habe ich aber schnell wieder verworfen. Sie waren mir

einfach zu langweilig. Ein Titel sollte originell sein und

die Leser dazu verführen, das Buch in den Händen halten

zu wollen. Und so erschien meiner Frau Angelika und

mir »Duschen und Zähneputzen« am vielversprechendsten.

Hinter diesem Buchtitel versteckt sich etwas. Was

genau, das möchte Ihnen jetzt noch nicht verraten.

 

Gut Ising: Überraschenderweise schreiben Sie bemerkenswert

wenig über Ihre großen Erfolge im TV.

Woran liegt das?

 

ROBERT ATZORN: Als ich den ersten Erfolg 1988 mit

»Oh Gott, Herr Pfarrer« hatte, war ich bereits 43 Jahre

alt. Man kann bei mir also nicht gerade von einem Shooting-

Star sprechen. Deshalb kann man sich doch eher

die Frage stellen: Was war denn eigentlich vorher? Und

genau diese nicht ganz leichten Anfänge zu beschreiben,

fand ich spannender – auch für den Schauspielnachwuchs.

 

Gut Ising: Warum haben Sie 2017 der Theaterbühne

und dem Fernsehen den Rücken gekehrt und sind

quasi in Rente gegangen?

 

ROBERT ATZORN: Der Stress vor der Kamera, der lange

Jahre beflügelnd war, wurde für mich zu einer Belastung.

Ich mochte mich selbst nicht mehr im TV sehen. Fritz

Kortner hat einmal diesen treffenden Satz gesagt: »Ich

genüge meinen eigenen Ansprüchen nicht mehr.« Besser

kann ich es nicht formulieren.

 

Gut Ising: Wie kam es dann plötzlich zu der Buch-Idee?

 

ROBERT ATZORN: Die Idee kam von außen. Ich war zunächst

überrascht und nicht begeistert, aber nach einigem

Nachdenken, fielen mir meine drei Enkelkinder ein,

die sicher irgendwann fragen würden: »Opa, erzähl mal,

wie war das damals?« Und so fing ich an, zunächst für sie

zu schreiben. Und auf einmal bereitete mir das Schreiben

sogar große Freude. Ich überredete auch Angelika, die

wirklich eine essenzielle Rolle in meinem Leben spielt,

auch einige Anekdoten aus ihrer Sicht beizusteuern. Sie

zögerte, gab aber letztendlich ihren Widerstand auf und

schrieb vier wichtige Geschichten.

 

Gut Ising: Sie sind ein Nachkriegskind. Welche ist

Ihre einprägsamste Erinnerung an Ihre Kindheit?

 

ROBERT ATZORN: Ein Kind nimmt alle Dinge so, wie sie

sind. Alles ist in Ordnung, wenn man geliebt wird und ein

Zuhause hat. Natürlich weiß ich heute, auch im Vergleich

zu meinen jetzigen Enkelkindern, dass es an allem fehlte,

was heute so dazugehört: einem Roller, einem Bobby Car,

Playmobil … Dafür gab es Freunde, die Straße und Kinderspiele,

die wir uns selbst ausgedacht haben. Das absolute

Highlight für mich war allerdings ein Gefährt, das mein

Opa aufgetrieben hatte: einen Holländer! Ein Fahrzeug mit

vier Rädern, welches mit pumpenden Armbewegungen in

Fahrt gesetzt wurde. Damit bin ich zwischen meinem dritten

und siebten Lebensjahr permanent glücklich unterwegs

gewesen.

 

Gut Ising: Ihr Vater war fünf Jahre in Gefangenschaft,

bevor Sie ihn nach dem Krieg kennenlernten.

Ihre Mutter litt unter Depressionen, weshalb Ihre

Großeltern sich hauptsächlich um Sie kümmerten.

Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Ihren Eltern bezeichnen?

Wer war Ihre Bezugsperson?

 

ROBERT ATZORN: Meine Mutter war völlig aus der Bahn

geworfen, regelrecht verstummt und mein Vater kam

erst aus der russischen Kriegsgefangenschaft, als ich fünf

Jahre alt war. Mein Großvater war also, bis er starb, als

ich 16 war, meine Bezugsperson. Mit meinem Vater hingegen

war es immer schwierig. Wir haben es leider bis zu

seinem Ende nicht geschafft, eine herzliche Beziehung

aufzubauen. Meine Mutter entwickelte eine übertriebene

Abhängigkeit zu mir, die mich viele Nerven kostete, insbesondere

da sie Angelika nicht akzeptierte.

 

Gut Ising: 1988 überreichte Ihr Vater Ihnen die Goldene

Kamera, weil er Mitbegründer der Verleihung

war. Wie war das für Sie?

 

ROBERT ATZORN: Ein unvergesslicher Abend. Ich hatte

mit ihm überhaupt nicht gerechnet, obwohl ich mir hätte

denken können, dass er von der »Hörzu« als Laudator

eingesetzt werde würde. Mir fehlten die Worte. Ausgerechnet

er, der vorher die Drehbücher von »Oh Gott,

Herr Pfarrer« so sehr kritisiert hatte. Ich war erst erschrocken,

dann wie erstarrt. Eine furchtbare Situation

vor laufender Kamera. Es war peinlich für alle.

 

Gut Ising: In der Schule sind Sie damals selbst zwei

Mal sitzen geblieben. Hätten Sie sich einen Lehrer wie

Dr. Specht gewünscht?

 

ROBERT ATZORN: Ich hatte tatsächlich in den letzten drei

Jahren meiner Schulzeit einen sehr mitfühlenden Lehrer,

der wohl erspürt hatte, welchen Widerwillen Schule in

mir grundsätzlich auslöste. Ich spielte in seinen selbstgeschriebenen

Laientheaterstücken immer mit Freude

große Rollen und so akzeptierte er mich auch in Deutsch

und Geschichte und half mir durch das Abitur. Vielleicht

ahnte er, dass ich später Schauspieler werden könnte.

 

Gut Ising: Während Ihrer Schulzeit in Hamburg

wurden Sie leidenschaftlicher Schlagzeuger und spielten

auch nach dem Umzug nach München noch

Motown-Songs mit einer Band. Wieso haben Sie nie

an eine Musiklaufbahn gedacht?

 

ROBERT ATZORN: Doch, mit dem Gedanken habe ich

gespielt. Zumal mein Schlagzeuglehrer mich sehr unterstützte,

indem er meine Begeisterung für dieses Instrument

immer neu anfeuerte. Er war ein absoluter Meister

am Schlagzeug. Die Versuchung, diesen Weg einzuschlagen,

war immer präsent, aber Theater zog mich einfach

mehr in den Bann. Es reizte mich die Möglichkeit, mich

zu verwandeln, und andere Seiten von mir zeigen zu

können. Als ich auf der Schauspielschule angenommen

wurde, war der Weg klar.

 

Gut Ising: Ihre Anfangszeit beim Theater war von

großen Ängsten gezeichnet. Was genau hat Ihnen

Angst bereitet? Und warum sind Sie trotzdem dabeigeblieben?

 

ROBERT ATZORN: Alles hat mir Angst gemacht. Ich hatte

Versagensängste, Angst vor Texthängern, Angst vor

berühmten Kollegen und Minderwertigkeitskomplexe.

Aber ich glaubte daran, dass ich es irgendwann können

würde. Mein Mentor Wolfgang Reichmann meinte einmal

tröstend: »Wer ohne Angst auf die Bühne geht, ist

langweilig! Erst die Angst bringt die Faszination hervor.

Es macht dich wach auf allen Ebenen.«

 

Gut Ising: Was bedeutet, Sie haben sich »freigespielt«?

ROBERT ATZORN: Das passierte in Solothurn als Edgar

Wibeau in »Die neuen Leiden des Jungen W.« von Ulrich

Plenzdorf. Ich wurde zu diesem Edgar. Ich war frei,

ich fühlte mich sauwohl auf der Bühne, der Text flog mir

zu, ich improvisierte, ich freute mich auf jede Probe und

dann auf jede Vorstellung. Ein Durchbruch war das in

Unbekümmertheit, in Leichtigkeit, in Offenheit, in Spielfreude.

 

Gut Ising: Stimmt es, dass Ihre Frau Angelika praktisch

für Ihre damalige Persönlichkeitsentwicklung

verantwortlich war? Inwiefern?

 

ROBERT ATZORN: Ich habe einfach sehr viel von ihr gelernt.

Sie besaß eine immense Natürlichkeit, wo ich immer

noch »die Form« wahrte. Sie ist mit drei Brüdern aufgewachsen

und Wachstum und Weiterentwicklung wurden

zu den Hauptthemen in ihrem Leben. Da war für mich kein

Durchschummeln möglich. Alle meine Defizite wurden mit

der Zeit offenbart.

 

Gut Ising: Frau Atzorn, wenn Sie an den Robert von

früher denken, als Sie sich kennengelernt haben, wie

könnte man seine Entwicklung beschreiben?

 

ANGELIKA ATZORN: Die Frage ist so gestellt, als wäre ich

immer allwissend gewesen und er der Auszubildende … Das

ist zu einseitig dargestellt. Ich begann mit ähnlichen Defiziten.

Wir haben uns miteinander entwickelt und verändert.

Ich war nur oft die treibende Kraft.

 

Gut Ising: Robert war noch verheiratet, als Sie

beide sich kennenlernten. War es früher nicht recht mutig,

mit einem verheirateten Mann zusammenzuleben?

Hatten Sie jemals Angst davor, dass Robert wieder zu

seiner Frau zurückgeht?

 

ANGELIKA ATZORN: Wenn ich nicht gewusst hätte, dass

Robert wirklich in einer desolaten Fernbeziehung lebt, hätte

ich mich nie auf ihn eingelassen. Natürlich kamen hin und

wieder Bedenken auf, aber es war klar, dass er sich für mich

entscheiden würde. Das spürte ich. Also was blieb mir?

Abwarten, ihm den Raum lassen und die gemeinsame Zeit

genießen.

 

Gut Ising: Sie waren auf der Bühne freier und standen

sich weniger selbst im Weg, weswegen Sie leichter

Rollenangebote bekamen. War es in der Beziehung ein

Problem, dass Sie Robert manchmal übertrumpften?

 

ANGELIKA ATZORN: Ich war nur durch die Tanzerei viel

stärker mit meinem Körper und meinen Gefühlen verbunden

und das verlieh mir möglicherweise eine starke Bühnenpräsenz.

Ich habe ihn nicht übertrumpft, denn auch ich

hatte mit vielen Selbstzweifeln und Ängsten zu kämpfen.

Ich war Anfängerin, hatte also überhaupt noch keine Erfahrungen

als Schauspielerin.

 

Gut Ising: Als Sie schwanger wurden, mussten Sie

Ihre Karriere vorerst aufgeben. Wie schwer fiel Ihnen

diese Entscheidung? Und glauben Sie, dass Sie beide

es in heutigen Zeiten genauso gemacht hätten?

 

ANGELIKA ATZORN: Natürlich war das auch manchmal

mit Verzicht und Wehmut verbunden. Aber ich war

glücklich, dass ich in einer erfüllten Beziehung lebte, die

für uns eine gemeinsame Zukunft versprach. Und ich war

überglücklich, ein Baby zu bekommen und eine Familie

zu gründen; denn ich hatte ja schon eine Karriere hinter

mir. Ob ich heute genauso entscheiden würde, kann und

will ich nicht beurteilen. Vielleicht?! Außerdem war es

eine komplett andere Zeit, ein anderes Denken und wir

hatten nicht die Möglichkeiten, die man heute so hat.

Unsere Eltern waren weit weg, Kitas gab es noch nicht

und ein Au-Pair konnten wir uns nicht leisten.

 

Gut Ising: Im Buch wird eines klar: Sie beide sind gemeinsam

einen langen Weg gegangen. Sie haben Kurse zur

Persönlichkeitsentwicklung gemacht, waren in Therapie

und haben sich mit verschiedenen Lehren auseinandergesetzt.

Inwiefern haben diese Herangehensweisen Ihrer Beziehung geholfen?

Würden Sie anderen empfehlen, sich ebenfalls so intensiv mit sich selbst auseinanderzusetzen?

 

ROBERT ATZORN: Sicher hat uns geholfen, dass wir beide

fast immer den gleichen Weg eingeschlagen haben. So

konnten wir uns gegenseitig motivieren. Ob das allerdings

für andere auch gilt, das kann ich nicht entscheiden. Wir

haben schließlich einen freien Willen, jeder sollte selbst entscheiden,

ob ein genaues Hinschauen von Vorteil wäre. So

eine kritische Selbstbeobachtung hört sich nach Arbeit an.

Aber das Gegenteil ist der Fall. Es ist aufregend und spannend.

Und letztlich sind die Zauberworte, die die nötige

Leichtigkeit bringen: Humor und Lachen. Man darf sich

selbst nicht zu ernst nehmen.

 

ANGELIKA ATZORN: Persönlichkeitsentwicklung hat

immer damit zu tun, sich seinen Ängsten, Mustern und

Traumata zu stellen. Aber das muss jeder für sich selbst

entscheiden, denn dazu braucht es innere Bereitschaft und

großen Mut. Wir waren beide offen dafür und es hat uns

zusammengeschweißt und verbunden.

 

Gut Ising: Zuletzt noch einmal ganz im Sinne von

»Duschen und Zähneputzen«: Was ist es, was für Sie

beide im Leben wirklich zählt?

 

ROBERT ATZORN: Ehrlichkeit sich selbst und anderen

gegenüber. Spaß am Leben. Bedingungslose Liebe zu allen

Dingen. Im »Jetzt« bleiben.

ANGELIKA ATZORN: Meine Beziehung zu Robert und meiner

ganzen Familie. Werte zu leben wie Mitgefühl, Ehrlichkeit,

Respekt, Humor, Empathie, Freundschaft und Ästhetik

und natürlich: DUSCHEN UND ZÄHNEPUTZEN!

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